Diabetes und Alkohol

  • Erwachsene mit Diabetes die Alkohol trinken, sollten sie dies in Maßen tun. Ein Getränk pro Tag oder weniger für erwachsene Frauen und maximal zwei Getränke pro Tag oder weniger für erwachsene Männer.
  • Alkoholkonsum kann bei Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für verzögerte Hypoglykämie darstellen, insbesondere wenn sie Insulin oder Insulinsekretagoga einnehmen. Insulinsekretagoga sind Arzneimittel, welche die Ausschüttung von Insulin fördern.  Diabeteskranke sollten eine Aufklärung und Sensibilisierung in Bezug auf die Erkennung und Behandlung von verzögerter Hypoglykämie erhalten.

Mäßiger Konsum von Alkohol

Mässiger Alkoholkonsum hat minimale akute und/oder langfristige schädliche Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel bei Menschen mit Diabetes (1,2), wobei einige epidemiologische Daten eine verbesserte Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei mäßiger Aufnahme zeigen. Mässiger Alkoholkonsum kann auch kardiovaskuläre Risiken und Sterblichkeitsvorteile bei Menschen mit Diabetes (3,4) mit sich bringen. Die Art des konsumierten Alkohols beeinflusst diese positiven Auswirkungen nicht (5,6).

wieviel alkohol diabetes
Wieviel Alkohol dürfen Männer und Frauen mit Diabetes maximal trinken?

Dementsprechend sind die Empfehlungen für den Alkoholkonsum bei Diabetikern die gleichen wie für die allgemeine Bevölkerung. Erwachsene mit Diabetes, die sich für Alkoholkonsum entscheiden, sollten ihre Einnahme auf eine Portion oder weniger pro Tag für Frauen und zwei Portionen oder weniger pro Tag für Männer beschränken (7). Übermäßige Mengen Alkohol (3 Getränke/Tag), die konsumiert werden, können zu einer Hyperglykämie beitragen (8). Ein alkoholhaltiges Getränk ist definiert als 12 oz Bier, 5 oz Wein oder 1,5 oz destillierter Spirituosen, die jeweils etwa 15 g Alkohol enthalten.

Besondere Risikogruppen

Alkoholverzicht sollte jedoch für Personen mit einer Vorgeschichte von Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit, Frauen während der Schwangerschaft und Menschen mit medizinischen Erkrankungen wie Lebererkrankungen, Pankreatitis, fortgeschrittener Neuropathie oder schwerer Hypertriglyceridämie empfohlen werden. (8)

Trotz des potenziellen glykämischen und kardiovaskulären Nutzens eines mäßigen Alkoholkonsums kann die Einnahme bei Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für verzögerte Hypoglykämie mit sich bringen. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die Insulin oder Insulin-Sekretagogien anwenden. Alkoholkonsum mit Lebensmitteln kann das Risiko einer nächtlichen Hypoglykämie (8,9,10) minimieren. Personen mit Diabetes sollten über die Erkennung und Behandlung von verzögerter Hypoglykämie und die potenzielle Notwendigkeit einer häufigeren Selbstkontrolle des Blutzuckerspiegels nach dem Verzehr alkoholischer Getränke aufgeklärt werden.

Quellen

1) Mackenzie T, Brooks B, O’Connor G. Beverage intake, diabetes, and glucose control of adults in America. Ann Epidemiol 2006

2) Bantle AE,Thomas W,Bantle JP Metabolic effects of alcohol in the form of wine in persons with type 2 diabetes mellitus. Metabolism 2008

3) Tanasescu M, Hu FB, Willett WC, Stampfer MJ, Rimm EB. Alcohol consumption and risk of coronary heart disease among men with type 2 diabetes mellitus. J Am Coll Cardiol 2001

4) Nakamura Y, Ueshima H,Kadota A,et al.,NIPPON DATA80 Research Group. Alcohol intake and 19-year mortality in diabetic men: NIPPON DATA80. Alcohol 2009;

5) Howard AA, Arnsten JH,Gourevitch MN . Effect of alcohol consumption on diabetes mellitus: a systematic review. Ann Intern Med 2004

6) Koppes LL,Dekker JM,Hendriks HF,Bouter LM, Heine RJ. Meta-analysis of the relationship between alcohol consumption and coronary heart disease and mortality in type 2 diabetic patients. Diabetologia 2006;

7) U.S. Department of Health and Human Services and U.S. Department of Agriculture. Dietary Guidelines for Americans, 2010 [Internet]. Available from www.health.gov/dietaryguidelines/. Accessed 30 June 2011

8) Bantle JP, Wylie-Rosett J,Albright AL, et al.,American Diabetes Association. Nutrition recommendations and interventions for diabetes: a position statement of the American Diabetes Association. Diabetes Care 2008;
10) Burge MR,Zeise TM, Sobhy TA, Rassam AG,Schade DS. Low-dose ethanol predisposes elderly fasted patients with type 2 diabetes to sulfonylurea-induced low blood glucose. Diabetes Care 1999;

Diabetes: Aktivität, Sport und Bewegung

Für Menschen, die an Diabetes leiden oder von ihr gefährdet sind, ist es wichtig aktiv zu bleiben. Aktiv zu bleiben ist auch ein wichtiger Teil des Lebensstils, den Menschen mit Diabetes neu erlernen müssen.

Bereits ein wenig mehr Aktivität oder leichter Sport kann Erkrankten eine Menge Vorteile bieten, beispielsweise die Verbesserung der Insulinempfindlichkeit, die Verbesserung des Wohlbefindens, die Kontrolle Ihres Gewichts, die Verringerung der Risiken von Krebs und Herzproblemen. Und die Bewegung hilft die Knochen und Muskeln zu stärken.

Wie viel Aktivität, Bewegung oder Sport ist sinnvoll?

aktivität diabetesJede zusätzliche Aktivität, die Sie in Ihren Tag integrieren können, ist ein zusätzlicher Pluspunkt. Die empfohlene Mindestaktivität beträgt 30 Minuten an mindestens 5 Tagen in der Woche.

Kinder sollten mindestens eine Stunde am Tag ativ werden. Die British Heart Foundation empfiehlt, pro Tag 10.000 Schritte zu unternehmen, um ein gesundes Herz zu fördern; das entspricht etwa 8 Kilometern. Auf diese Weise verbessert sich zudem ihr BMI Wert.

Was zählt als Aktivität?

Als Aktivität als alles, was Ihren Puls ein wenig erhöht. Das kann eines der folgenden Punkte sein:

  • Gartenarbeit
  • Ein zügiger Spaziergang
  • Hausarbeit
  • Heimwerken
  • Treppensteigen
  • Einkaufen, aber bitte nicht online!
  • Tanzen
  • Yoga
  • Schwimmen
  • Tai Chi
  • Pilates
  • Radfahren
  • Skaten
  • oder andere aktive Sportarten

Motivation zu mehr Aktivität

Einige Leute finden es sehr schwierig, sich zu mehr Aktivität zu motivieren. Wer nicht genügend Zeit als einen der Gründe dafür vorschiebt, sollte sich aber klar machen, das Diabetes ohne Behandlung und ohne ausreichend aktiven Alltag die Lebenzeit verkürzt.

Natürlich erfordert jede Aktivität einen gewissen Zeitaufwand, aber bereits ein klein wenig mehr Bewegung wird längerfristig dazu beitragen, Zeit zu gewinnen und Ihnen mehr Lebensfreude zu bereiten.

Warum Bewegung bei Diabetes so wichtig ist

bewegung diabetesMenschen mit Diabetes werden dazu angehalten, sich regelmäßig zu bewegen, um den Blutzuckerspiegel besser kontrollieren zu können und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

Der Grund dafür ist denkbar einfach: Arbeitende Muskeln verbrauchen mehr Glukose als ruhende Muskeln. Die Muskelbewegung führt deswegen zu einer höheren Zuckeraufnahme durch die Muskelzellen und zu niedrigeren Blutzuckerwerten.

Weitere Vorteile von Bewegung sind zudem ein gesünderes Herz, eine bessere Gewichtskontrolle und bessere Stressbewältigung im Alltag. Neben der Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems und der Muskulatur trainieren viele Menschen, um fit zu bleiben, Gewicht zu verlieren oder ein gesundes Gewicht zu halten. Sie verbessern ihre sportlichen Fähigkeiten oder machen es einfach nur zum Spaß.

Die regelmäßige körperliche Bewegung wird für Menschen jeden Alters empfohlen, sie stärkt das Immunsystem und schützt verbessert vor Krankheiten, wie z. B.

  1. Herzkrankheiten
  2. Typ-2-Diabetes
  3. Schlaganfall
  4. Krebserkrankungen sowie
  5. anderen schweren Krankheiten

So ist beispielsweise bekannt, dass aktive Bewegung das Risiko für schwere chronische Krankheiten um bis zu 50% reduziert und das Risiko eines vorzeitigen Todesfalls um bis zu 30% reduziert.

Weitere gesundheitliche Vorteile regelmäßiger Bewegung sind:

  1. Verbesserung der psychischen Gesundheit und Stabilität
  2. Steigerung des  Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens
  3. Verbesserung der Schlafqualität und des Energielevels
  4. Senkung des Risikos an Depressionen zu leiden
  5. Bessere Stressbewältigung
  6. Verbesserter Schutz vor Demenz und Alzheimer-Krankheit

Darüber hinaus ist Bewegung kostenlos, kann überall und jederzeit ausgeführt werden und wirkt sich unmittelbar auf Ihre Gesundheit aus.

Was ist aktive Bewegung?

sport diabetesGemeint ist aerobe Aktivität bei moderater Intensität. Das  bedeutet im Grunde, dass die Ausübung auf einem Niveau stattfindet, das die Herzfrequenz erhöht und Sie schwitzen lässt.

Die britische Heart Foundation empfiehlt 150 Minuten wöchentliche aktive Bewegung.

Dazu eignen sich eine Vielzahl von Sportarten. Zum Beispiel:

  • Schnelles Gehen
  • Leichtes Joggen
  • Wasser-Gymnastik
  • Tennis Doppel
  • Radfahren
  • Badminton spielen
  • Rudern

Gras schneiden, Hausreinigung und andere tägliche Arbeiten wie z. B. Einkaufen zählen nicht zu den 150 Minuten wöchentlicher Bewegung, weil der technische Fortschritt diese Aktivitäten weit weniger anstrengend für den Körper gemacht hat, als er es für frühere Generationen war. Diese Generationen war in ihrer Bewegung aktiver, bei der Arbeit im Haushalt oder auch bei der Bewältigung von Aufgaben wie einkaufen und sich versorgen gehen

Je weniger Zeit Sie sich im Sitzen aufhalten, desto besser ist das für Ihre Gesundheit. Langes Sitzen oder Liegen erhöht das Risiko für Gewichtszunahme und Fettleibigkeit. Das wiederum erhöht das Risiko für chronische Krankheiten wie Herzerkrankungen und Diabetes.

Vorsichtsmaßnahmen beim Sport

Gibt es irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen, die ich beim Sport ergreifen sollte?

Es gibt einige Vorkehrungen, die Menschen mit Diabetes vor dem Sport treffen sollten, ein Grund zur übermäßigen Sorge gibt es aber nicht.

Die Vorsichtsmaßnahmen bei der Ausübung sind so konzipiert, dass Menschen mit Diabetes helfen, Probleme zu vermeiden, die sich aus unklugen Bewegungsabläufen ergeben können.

Prinzipiell Vorsichtsmaßnahmen

Bei Menschen, die Blutzucker senkende Medikamente einnehmmen kann   Hypoglykämie kann auftreten, wenn sie

  • Zu wenig Kohlenhydrate (Früchte, Milch, Milch, Stärke) im Verhältnis zur Anstrengung  zu sich nehmen
  • Zu hohe Dosen der Medikamente im Verhältnis zur Aktivität einnehmen
  • Oder bei der kombinierten Wirkungsweise der beiden erstgenannten Punkte im Zusammenhang mit der Aktivität.

Wer keine Diabetesmedikamente einnimmt, braucht diese Vorsichtsmaßnahmen nicht zu ergreifen. Trinken Sie viel Wasser vor, während und nach dem Training, um eine gute Flüssigkeitszufuhr für den Körper zu gewährleisten.

Vorsichtsmaßnahmen bei Einnahme von Insulin

Vorsichtsmaßnahmen bei der Einnahme von Insulin oder Diabetes-Medikamenten:

  • Wenn Ihr Blutzuckerspiegel vor dem Training unter 5,5 mmols/l (100 mg/dl) liegt, nehmen Sie vor dem Sport einen kohlehydrathaltigen Snack ein.
  • Wenn Ihr Blutzuckerspiegel vor dem Training höher als 5,5 mmols/l (100 mg/dl) ist, kann es sein, dass Sie vor einer leichten Trainingseinheit keinen kohlehydrathaltigen  Snack zu sich nehmen müssen, aber Sie benötigen während oder nach dem Training möglicherweise zusätzliche Kohlenhydrate.
  • Überprüfen Sie Ihr Blut, um zu sehen, wenn Ihr Blutzucker unter 4 mmols/l (70 mg/dl) untertaucht während des Trainings. So erhalten Sie einen guten Anhaltspunkt, wie ihr Körper auf das Training reagiert und können künftige Trainingseinheiten daran orientieren

Wichtig: Wenn Sie unter Hypoglykämie leiden, befolgen Sie die Richtlinien zur Behandlung mit Kohlenhydraten. Beraten Sie sich mit Ihrem Arzt. Der könnte beispielsweise raten, dass Sie Ihre Medikation an den Tagen senken, an denen Sie trainieren.

Während des Trainings

Für lange Trainingseinheiten und/oder intensivere Trainingseinheiten sollten Sie zusätzliche kohlehydrathaltige Snacks während der Aktivität einplanen.

Zusätzliche Kohlenhydrate werden ggfs. alle 30 bis 60 Minuten (z. B. beim Radfahren, beim Fußballspiel, beim Skaten oder beim Wandern) benötigt.
Tragen Sie immer eine schnell wirkende Kohlehydratnahrung wie z. B. Glukose-Tabletten mit sich, wenn Sie trainieren. Falls der Blutzucker zu niedrig wird und sich während des Trainings Hypoglykämie-Symptome entwickeln, kann man schnell gegensteuern.

Tragen Sie während der sportlichen Aktivitäten eine Form der Kennzeichnung bzw. Identifikation mit sich, die Sie als Diabetiker ausweist. Besonders dann, wenn Sie alleine trainieren.  wenn unerwartet etwas passiert , können andere Ihnen somit besser helfen.